Der Florentiner Hut (2025)

Der Florentiner Hut

Eugène Labiche / Marc-Michel
Deutsch Ingo Göllner

In der Komödie „Der Florentiner Hut“ dreht sich alles um den jungen Bräutigam Monsieur Fadinard, der an seinem Hochzeitstag in ein turbulentes Chaos gerät. Ein Pferd hat den Florentiner Hut einer Dame gefressen, die zuvor unbedacht im Wald einen Ast schmückte, und nun verlangen die Dame und ein Offizier, dass Fadinard eine exakte Kopie besorgt, um den liederlichen Vorfall zu vertuschen. Was folgt, ist eine rasante Jagd durch Paris: Fadinard hetzt von einem Ort zum nächsten, immer verfolgt von der ahnungslosen Hochzeitsgesellschaft, während er gleichzeitig versucht, den Hut zu beschaffen und das Fiasko geheim zu halten. Die ohnehin turbulente Handlung wird noch absurder, weil die ursprünglich 20 Sprechrollen auf nur sieben Darstellerinnen und Darsteller verteilt sind, was die Farce zu einer höchst komischen, überdrehten Achterbahnfahrt macht.

Aufführungen:

Die Aufführung am 29.11.2025 fällt aus
Wir bitten um Verständnis.

14. / 15. / 28. / 29. / 30. November 2025 und 05. / 06. / 12. / 13. Dezember 2025

Kartenreservierung : 0641 – 73724

Video

Bericht aus der Presse:

Gießener Anzeiger

Musenkeller bringt Komödie „Der Florentinerhut“ auf die Bühne

Sieben Ensemblemitglieder schlüpfen in zahlreiche Rollen und sorgen für Slapstick-Humor bei der Premiere in St. Bonifatius.

Von: Barbara Czernek

Viel Slapstick auf der Bühne: das Ensemble Musenkeller. © Barbara Czernek

Giessen – Eine Hochzeit bedeutet Stress für alle Beteiligten, doch diese Art von Turbulenzen wünscht sich wirklich niemand: Der Bräutigam muss einen besonderen Hut organisieren – und zwar sofort. Womit eine Reihe von kleinen und größeren Katastrophen ausgelöst wird. Darum geht es in der Komödie „Der Florentinerhut“ von Eugene Labiche (1815-1888), den das Gießener Theaterensemble Der Musenkeller für seine diesjährige Inszenierung ausgewählt hat. Am Wochenende wurde die gelungene Premiere im Untergeschoss von St. Bonifatius gefeiert.

1851 verfassten Eugene Labiche und Marc-Michel das Stück, das zu den bekanntesten französischen Komödien gehört. Der Stoff wurde auch mehrfach adaptiert. So basiert die Oper „Der Florentiner Hut“ von Nino Rota aus den Jahren 1944/1945 ebenso auf der Vorlage wie verschiedene Verfilmungen, unter anderem aus dem Jahr 1939 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle.

Im Original hat das Stück rund 20 Rollen. Gut also, dass es eine Bearbeitung gibt, die die Anzahl der Schauspieler reduziert. Und so entwickelte sich das Stück als Spiel im Spiel, denn dem Publikum wurde zuvor berichtet, dass leider fast alle Darsteller erkrankt seien und nun sieben von ihnen auch die anderen Rollen übernehmen würden. So traten mehrfach Schauspieler aus ihre Rolle heraus, um sie zu kommentieren. Der Verfremdungseffekt garantierte als Stilmittel zusätzliche Schmunzeleffekte. Es war ein cleverer Regieeinfall von Guy Sagnes, der das Stück passgenau auf sein Ensemble zugeschnitten hatte. Slapstick-Komödien wie diese leben von ihrem Tempo und ihrer Überdrehtheit. Und genau das brachte die Gruppe auf die Bühne.

Die meisten Darsteller hatten gleich mehrere Rollen zu spielen. Was nicht nur bedeutete, sich in verschiedene Figuren hineinzudenken, sondern auch rasend schnell die Kostüme zu wechseln. Die Braut Hélene (Hanna Göpfert) etwa war durch einen weißen Tüllrock und einen Schleier erkennbar, ebenso schnell konnte sie sich in ihre eigene Zofe, eine Hutmacherin oder in ein Hausmädchen verwandeln. Das war – wie bei allen anderen – eine echte Spitzenleistung.

Die Rolle des verzweifelten Bräutigams Léonidas Fadinard war Michael Bayer wie auf den Leib geschrieben. Der Hauptdarsteller hetzte über die Bühne, um ein gutes Ende zu erreichen, was aber stattdessen immer neue Verwicklungen auslöste. Stets war er auch auf der Flucht vor seiner Schwiegermutter, glänzend giftig gespielt von Annette Filippi, die ihm das Leben schwermachte. Ihre ständige Drohung wurde zum Running Gag: „Es ist alles aus“. Das war brüllend komisch, ebenso wie Michael Müller, der mal als schießwütiger Offizier und Galan der Hutbesitzerin auftrat, mal als Wachsoldat, mal als schlaftrunkener Bürger, der seinen Nachttopf auf die Straße entleerte. Den größten Beifall erntete der Schauspieler als Baronin de Changigny, die ihm die Möglichkeit bot, sein gesamtes komödiantisches Talent auszuspielen. Nahezu unerlässlich bei einer solchen Slapstick-Komödie ist die schwerhörige Tante, mit Alina Zehan wunderbar besetzt, die zugleich mit charmantem Akzent Anaïs, die Besitzerin des Huts, verkörperte.

Philipp Brenne fühlte sich in der Rolle des Dieners des Bräutigams augenscheinlich ebenso wohl wie als eifersüchtiger Ehemann von Anaïs. Und mit Simone Thomas hat das Ensemble einen wertvollen Neuzugang erhalten, die mit zwei Dienerrollen und als verliebter Cousin überzeugte. Insgesamt war es ein großer Spaß für alle Beteiligten.


Nachwuchs gesucht

Das Ensemble des Theaterensembles Musenkeller sucht Nachwuchs. Sowohl auf wie hinter der Bühne und Technik wird Unterstützung gebraucht, verriet Regisseur Guy Sagnes am Rande der Premieren-Aufführung. Wer Lust hat, sich an einer Theaterinszenierung zu beteiligen, kann sich einfach bei dem Ensemble melden (stage@musenkeller.de oder: 0151 20162707).

Giessener Anzeiger – 17.11.2025

Aufführungsort

Musenkeller der Bonifatius Kirche
Liebigstr. 28 35392 Gießen